Rückblick: Tierrechtstage Recklinghausen

Das Programm der Tierrechtstage Recklinghausen

Vom 3. bis 5. August fanden im recklinghausener Alternativen Kulturzentrum die Tierrechtstage Recklinghausen mit einem Konzert und mehreren Vorträgen statt.

Der erste Vortrag, «Speziesismus und Ideologie – Über das falsche Bewusstsein der SpeziesistInnen» von André Gammerschlag (hah), gab eine Einführung in den Ideologie-Begriff und zeigte Speziesismus als eine Ideologie auf.

Weiter ging es mit einem Doppel-Vortrag von Michael Sommer (masch) und Susann Witt-Stahl (tan) mit dem sperrigen Titel «“…dass die Kuh im Magen des Menschen zu landen habe” - Vom Schöpfungsmythos zur Aufklärungsideologie – zur Kritik des Geist-Natur-Dualismus und zu seinen Erscheinungsformen». Im ersten Teil gab Michael Sommer eine knappe und verstehbare Einführung anhand Marx’ Kapital. Der zweite Teil, vorgetragen von Susann Witt-Stahl, beschäftigte sich mit mit den verschiedenen Formen des Geist-Natur Dualismus vom Kreationismus bis hin zu Antideutscher Ideologie.

Der Letzte Vortrag am Samstag trug den Titel «Der braune Rand der Tierrechtsbewegung – Zur Unterwanderung durch Neonazis und rechtslastige Psychokulte» und kam von Colin Goldner (fkpsych) und nahm die Einflussnahme rechter Menschen, Gruppen und Institutionen, von religiösen Gruppen bis hin zu Neonazis, auf die Tierrechtsbewegung ins Visier. Als «nützliche Idioten» wurden jene benannt, die unter dem Ausspruch pragmatischenr Dumpfheit “Hauptsache für die Tiere” mit jedem zusammmen arbeiten und so antiemanzipatorischen und menschenverachtenden Ideologien Anknüpfungspunkte liefern.

Der Vortrag «Louder than words? – Über das Verhältnis tierrechtlerischer Theorie und Praxis» fiel leider aus, was der Vortragende Nils Hansonis angesichts des darauffolgenden Vortrags nicht sehr bedauerte.

Der letzte Beitrag zur Veranstaltung «Gegen Speziesismus! – Über die Notwendigkeit eines abolutionistischen Ansatzes» von Günter Rogausch (asti) forderte eine Theorie und Praxis der Überwindung des Speziesismus und kritisierte anhand vieler Beispiele gängige Tierrechtspraxis als dem Speziesismus zuträglich.

Die Veranstaltung kann insgesamt als gelungen betrachtet werden, zeigt sie auf, dass – trotz zeitgleicher Spaß- und Spielveranstaltung – herrschaftskritische und emanzipatorische Themen über eine blose Wahrnehmung heraus gefragt sind und kritische Gedanken auch gedacht und ausgesprochen werden.

yetzt · 2007-08-07 09:32 · unter worte, aktuelles · rss · trackback

3 Reaktionen zu “Rückblick: Tierrechtstage Recklinghausen”

  1. Fraktale

    wann kann mensch denn mit den audio-mitschnitten rechnen?

  2. Tierrechtstage Crew

    Statt des ausgefallenen Vortrags fand eine Einführung in den Umgang mit Repressionsorganen der Rechtshilfegruppe Oberhausen statt.

  3. yetzt

    @fraktale: sobald susann witt-stahl ihre zustimmung zur veroeffentlichung erteilt hat.

    @trtre-crew: ja, den konnte ich mangels anwesenheit nur nicht zusammenfassen.

Einen Kommentar schreiben